Im Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“ laufen derzeit die Abrissarbeiten auf Hochtouren. Alte Nebengebäude müssen Platz machen für den Erdaushub für das geplante neue Bettenhaus.

Eisenberg. Hinter dem Bettenhaus im Eisenberger Waldkrankenhaus „Rudolf Elle“ ist das Baugeschehen unüberhörbar. Der Abriss alter Nebengebäude läuft auf Hochtouren. „Im Moment wird Platz geschaffen für den Erdaushub von der Fläche, auf der das geplante neue Bettenhaus entstehen soll“, sagt der Geschäftsführer des Krankenhaus-Unternehmens, David-Ruben Thies.

Und Robert Hüttner, der Kaufmännische Leiter der Orthopädiewerkstatt, die kurzfristig in einem anderen Nebengebäude ihr Domizil bezogen hat, erzählt: „Ein Großteil unserer Mitarbeiter hat in den Gebäuden noch gelernt. Da hängen natürlich viele Erinnerungen an dem alten Haus.“ Das ist verschwunden, nicht aber die Erinnerungen. Beim Abriss sei viel fotografiert worden. Vor allem aber wurde die Wetterfahne mit der Jahreszahl 1946, dem Jahr, als das nun verschwundene Werkstatt-Gebäude entstand, für die Nachwelt gesichert. Und dazu noch ein paar historische Mauersteine.

„All das wollen wir vor unserem jetzigen Gebäude aufstellen als Dokumente für die Krankenhausgeschichte“, sagt Hüttner. Etwa 60 Orthopädietechniker hatten einst in der alten Werkstatt gearbeitet. Bis vor etwa 20 Jahren war die später angebaute Meisterschule in Betrieb. Der Bedarf an der Meisterausbildung sei heute nicht mehr so hoch, zwei Schulen gebe es noch in Deutschland, weiß Hüttner.

In der nun umgezogenen Orthopädiewerkstatt des Waldkrankenhaus arbeiten 15 Orthopädietechniker, viele noch „vom alten Stamm und dazu junge, gut ausgebildete Fachleute“. Eine angehende Fachkraft befindet sich in der Ausbildung. Zudem arbeiten in der Orthopädiewerkstatt drei Kaufleute.

Auch Ungeplantes hat sich bei den Abrissarbeiten aufgetan. So sei Sondermüll aus den 1970er Jahren gefunden worden. Dieser sei fachgerecht entsorgt worden, berichtet Thies.

Die Vorarbeiten für den Neubau sind aufwendig. Der geplante Ersatzneubau des Bettenhauses mit 267 Betten soll im Jahr 2018 bezugsfertig sein. Für das Bauvorhaben hat der Freistaat Thüringen eine Förderung von 31 Millionen Euro zu den Eigenmitteln des Krankenhauses zugesichert.

Zeitgleich plant das Krankenhaus-Unternehmen den Bau eines an den Klinik-Betrieb angeschlossenen Reha-Zentrums mit entsprechenden Therapie- und Wellnesseinrichtungen und einem Patientenhotel. Für die zusätzlichen Investitionskosten hatte das Krankenhaus seinen Wirtschaftsplan für dieses Jahr überarbeitet. Der Kreistag des Saale-Holzlandes hatte der Neufassung, die die Aufnahme zusätzlicher Kredite vorsieht, im März zugestimmt.

Auch die baufällige Villa vor dem Eingang zum Krankenhaus-Gelände soll erneuert werden. „Der Bauantrag geht jetzt auf den Weg“, sagte Thies.

Die derzeit von einem Sperrzaun gesicherte alte Villa soll nach der Sanierung als Pension mit Gastronomie von einem privaten Pächter betrieben werden.